Assistierter Suizid im Spannungsfeld von Recht, Literatur und Seelsorge
Über dieses Thema veranstaltete der ökumenische Hospizdienst gemeinsam mit seinem Förderverein am 24.09.2026 einen sehr gut besuchten Informationsabend im Evang. Gemeindehaus Berghausen.
Der Rechtsjournalist Kolja Schwartz umriss die rechtliche Entwicklung und derzeitig gültige Rechtslage des Paragraphen §217, in welchem es um das Recht auf selbstbestimmtes Sterben geht. Die ehemalige Chefärztin der Radioonkologie am städt. Klinikum Karlsruhe las Passagen aus ihrem Roman „Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“ und vermittelte die Sicht der Angehörigen und Betroffenen bezüglich des Themas „assistierter Suizid“. Pfarrer Pascal Würfel aus Karlsruhe-Neureut moderierte das Gespräch und brachte zugleich seine seelsorgerliche Perspektive und persönliche Erfahrung mit ein.
Die anschließende Diskussions- und Fragerunde mit Beiträgen aus dem interessierten Publikum zeigte, wie ambivalent und vielschichtig dieses Thema ist. Es wurde deutlich, dass es keine allgemeingültige Antwort gibt, was richtig und falsch ist, sondern Einzelschicksale bestimmen, wie ein individueller Weg gegangen werden kann. Der Abend wurde umrahmt durch einen musikalischen Beitrag der Saxophonistin Brigitte Graf.
Ambulante Hospizdienste bieten keine Dienste bezüglich assistiertem Suizid an, sind jedoch in ihrer Aufgabe der palliativen Versorgung und Sterbebegleitung offen für Gespräche über Sterbewünsche am Lebensende.
